Frühe Hilfen
für Kinder und Familien

Soziale Frühwarnsysteme
in Nordrhein-Westfalen

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Aktuelles

Servicestelle zum 31.12.2009 eingestellt.

Die Servicestelle hat Ihr Beratungsangebot zum 31.12.2009 eingestellt. Die Tagungsdokumentation zur Abschlussveranstaltung am 26.3.2010 findet sich hier.

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Tagungsdokumentation

Die Vorträge und Thesenpapiere der Foren des Kongresses "Frühe Hilfen" am 26.3.2010 in Duisburg können jetzt herunter geladen werden.

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Fachtag Elternbesuchdienste

am 26.05.2010 in Köln
Umsetzung und Perspektiven in Nordrhein-Westfalen“
Aufgrund der großen Nachfrage sind weitere Anmeldungen möglich.

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Wahrnehmen, Warnen, Handeln

Von Detlef Scherle

Kreis Coesfeld.
Fälle vernachlässigter und misshandelter Kinder wie der des kleinen Kevin in Bremen haben bundesweit die Forderung nach verbesserten Frühwarnsystemen laut werden lassen. Aber wie kann rechtzeitig erkannt werden, dass und wo Kinder in schrecklichen Verhältnissen aufwachsen müssen? Mit dieser Frage beschäftigte sich der Jugendhilfeausschuss des Kreistages auf Antrag von SPD und Grünen in seiner jüngsten Sitzung. Kreisjugendpfleger Michael Werremeier stellte auch anhand eines Films verschiedene Modellprojekte auf Landes- und Bundesebene vor. Im Kreis Coesfeld soll wie in einigen der dargestellten Beispiele ein Netzwerk aufgebaut werden. Ziel ist es, dass Fehlentwicklungen und Defizite bei Kindern erkannt werden, bevor gravierende Schädigungen eintreten.

Wahrnehmen, Warnen, Handeln lauteten die drei Schritte. Im konkreten Einzelfall kann das bedeuten, dass ein Kinderarzt, dem ein unterernährtes Kind vorgestellt wird, diese Information an das Jugendamt weitergibt. Oder dass eine Erzieherin im Kindergarten, die immer wieder Gesichtsverletzungen bei einem Mädchen, die von Schlägen der Eltern herrühren, feststellt, einen Notruf gen Jugendamt absetzt. Es gibt nur noch wenig soziale Kontrolle in der Nachbarschaft, berichtete Werremeier. Deshalb müsse anders vorgegangen werden, um die Kinder zu schützen. Der Kreis Coesfeld ist nach seinen Worten keine Insel der Glückseligkeit. Auch bei uns leben viele Kinder in problembelasteten Familien. Da spielen Überforderung, Alkohol, Scheidung und finanzielle Sorgen nicht selten eine Rolle. Die Kleinsten, die Kinder bis drei Jahre, sind am stärksten betroffen. Deshalb sollen sie besonders in den Blick genommen werden, erläuterte Werremeier.

Von der Politik kam eine sehr positive Rückmeldung. Wir werden das unterstützen, erklärte Franz-Josef Schulze Zumkley (Ascheberg) für die CDU-Mehrheitsfraktion. Sigrid Balster (SPD) aus Coesfeld unterstrich, dass es wichtig sei, auch die Ärzte und das Pflegepersonal in Krankenhäusern mit ins Boot zu bekommen. Anne Willing-Kertelge (katholische Kirche) forderte, dass Rückmeldungen für die Mediziner aber auch händelbar sein müssen: Unser Kinderarzt hätte sicher keine Lust, da drei Seiten auszufüllen.

Die Beliebigkeit muss raus, nannte Jugendamtsleiterin Johanna Dülker ein Hauptziel bei Schaffung eines Frühwarnsystems. Es dürfe nicht dem Zufall überlassen werden, welche Fälle bekannt werden und welche nicht.

In der nächsten Sitzung will die Verwaltung ein konkretes Konzept für ein Frühwarnsystem im Kreis Coesfeld präsentieren. Nicht, unterstrich Werremeier, soll es dabei in erster Linie darum gehen, Kinder aus den Familien herauszuholen. Vielmehr sollen Eltern in ihrer Erziehungskompetenz gestärkt werden.

Dazu beitragen soll auch das bereits in Lüdinghausen gestartete Projekt Informierte Eltern haben es leichter. Familien mit Neugeborenen erhalten ein so genanntes Begrüßungspaket, das Broschüren, einen Elternbrief und einen Gutschein über 20 Euro für einen Kurs oder Vortrag bei der FBS enthält. Auch in den acht anderen Städten und Gemeinden im Zuständigkeitsbereich des Kreisjugendamtes sollen die Begrüßungspakete eingeführt werden.

Dienstag, 03. April 2007 | Quelle: Kreisredaktion AZ, DZ, WN (Kreis Coesfeld)

Den Orginaltext finden Sie <<hier>>.