Frühe Hilfen
für Kinder und Familien

Soziale Frühwarnsysteme
in Nordrhein-Westfalen

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Aktuelles

Servicestelle zum 31.12.2009 eingestellt.

Die Servicestelle hat Ihr Beratungsangebot zum 31.12.2009 eingestellt. Die Tagungsdokumentation zur Abschlussveranstaltung am 26.3.2010 findet sich hier.

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Tagungsdokumentation

Die Vorträge und Thesenpapiere der Foren des Kongresses "Frühe Hilfen" am 26.3.2010 in Duisburg können jetzt herunter geladen werden.

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Fachtag Elternbesuchdienste

am 26.05.2010 in Köln
Umsetzung und Perspektiven in Nordrhein-Westfalen“
Aufgrund der großen Nachfrage sind weitere Anmeldungen möglich.

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Landesregierung beschließt Handlungskonzept für einen besseren und wirksameren Kinderschutz - Flächendeckender Ausbau der Sozialen Frühwarnsysteme

Das Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration und das Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales teilen mit:

Die Landesregierung hat heute (30. Januar 2007) das von Ministerpräsident Jürgen Rüttgers in seiner Neujahransprache angekündigte Handlungskonzept zum besseren Schutz von Kindern beschlossen. Kinder- und Jugendminister Armin Laschet und Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann stellten das Handlungskonzept in Düsseldorf vor. "Wir haben in Nordrhein-Westfalen bereits ein dichtes Netz an Information, Beratung und Hilfe für in Risikolagen lebende Kinder und Familien. Um das Hilfenetz noch dichter und wirksamer zu gestalten, sind weitere Schritte erforderlich", erklärten die Minister Laschet und Laumann.

Laschet hob hervor: "Kinder und Familien in schwierigen Lebenssituationen haben Anspruch auf rechtzeitige und verlässliche Hilfen. Kinder sind besonders darauf angewiesen, dass sie nicht nur gefördert, sondern vor allem auch geschützt werden. Wir wollen der Vernachlässigung und Misshandlung entgegen wirken. Auf die Realisierung dieses Anspruches müssen sie sich verlassen können." Die mehr als 30 bereits durch das Land initiierten Sozialen Frühwarnsysteme in den Städten und Gemeinden Nordrhein-Westfalens sollen flächendeckend ausgebaut werden. Das Land wird den Ausbau mit Landesmitteln unterstützen.

Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann erklärte: "Wir müssen einerseits die Prävention stärken und intensivieren, andererseits die Intervention in den Fällen offensiver gestalten, in denen ein Schutz der betroffenen Kinder dringend erforderlich ist." Dies sei vorrangig eine Aufgabe der Kommunen, die Landesregierung wolle die Gesundheits- und die Jugendämter bei der Wahrnehmung dieser Aufgaben durch zusätzliche Maßnahmen unterstützen.

Das Handlungskonzept der Landesregierung umfasst folgende Maßnahmen:

Die Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen soll sichergestellt werden. Dazu ist eine positive Meldepflicht der Kinderärzte erforderlich. Ziel ist es, dass die Eltern der Kinder, die erstmals oder wiederholt an einer Früherkennungsuntersuchung nicht teilnehmen, angesprochen und über die Bedeutung der Früherkennungsuntersuchungen informiert werden.

Ergänzend dazu wird es eine Initiative zur Änderung der Früh-erkennungsrichtlinien geben. Ziel ist eine Ergänzung der Untersuchungsinhalte und eine Überprüfung der Untersuchungsintervalle.

Die Landesregierung unterstützt die Pläne der Bundesjustizministerin, dass familiengerichtliche Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls leichter angewendet werden können.

Das neue Gesetz für die Kindertagesstätten sieht eine stärkere Verpflichtung der Eltern vor, die Teilnahme ihrer Kinder an den Vorsorgeuntersuchungen zu bele-gen.

Allen Städten, Gemeinden und Kreisen im Land wird ein Elternbegleitbuch ange-boten. Dieses Buch erhalten dann alle Eltern von Neugeborenen persönlich überbracht. Damit können rund 150.000 junge Eltern durch die Kommunen ange-sprochen und erreicht werden. Das Elternbegleitbuch soll jungen Eltern grundlegende Hinweise und Informationen geben.

Die Sozialen Frühwarnsysteme in Nordrhein-Westfalen werden flächendeckend ausgebaut. Bereits heute gibt es rund 30 vom Land mit initiierte Frühwarnsys-teme. Die Landesregierung stellt weitere Mittel zur Verfügung. Darüber hinaus wird es Qualifizierungskurse für Erzieherinnen im Sozialen Frühwarnsystem ge-ben.

Mit der Weiterentwicklung von 3.000 Kindertageseinrichtungen zu Familienzentren wird das kommunale Präventionsnetz ausgebaut.

Fortbildungsinitiativen für Lehrerinnen und Lehrer sowie Fachkräfte der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe.

Gemeinsam mit den Trägern der Kinder- und Jugendhilfe entwickelt das Land Empfehlungen zum Kinderschutz.

Eine Expertenkommission soll den weiteren Aufbau wirksamer Kooperationsstrukturen begleiten und unterstützen. Noch im Frühjahr werden Vertreterinnen und Vertreter des Kinderschutzes, der Ärzteschaft, der kommunalen Spitzenverbände, der Jugend-, Familien- und Gesundheitshilfe, der Schulen, der Krankenkassen, der Wohlfahrtsverbände, der Polizei und der Kirchen in die Kommission berufen.

Eine landesweite Fachkonferenz, an der die örtlichen Jugendämter und freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe beteiligt sind, verbessert den kontinuierlichen Austausch unter allen Beteiligten.

Minister Laschet: "Neben dem Öffentlichen Gesundheitsdienst und den Ärzten, ins-besondere den Kinderärzten, hat vor allem die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe eine besondere Verantwortung bei der Gestaltung eines wirksamen Kinderschutzes. Sie ist mit ihren Angeboten der Hilfe und Beratung vor Ort und bietet Familien und Kindern in Konflikt- und Krisensituationen vielfältige Unterstützungen an."

In den letzten Jahren haben sich zahlreiche niedrigschwellige Angebotsformen entwickelt. So hat das Land Nordrhein-Westfalen u.a. mit dem Auf- und Ausbau sozialer Frühwarnsysteme begonnen, um frühe Prävention und rasche zielgenaue Hilfe in den Kommunen zu ermöglichen. Mit dem Aktionsplan "Frühe Förderung von Kindern" hat es in 2006 zu einem weiteren Ausbau der Hilfen beigetragen.

Die Kommunen haben ebenfalls durch ihre Jugend- und Gesundheitsämter neue Initiativen mit freien Trägern der Kinder- und Jugendhilfe, den Kirchen, Ärzten, Hebammen u.a. ergriffen, um den Schutz von Kindern zu erhöhen. Beispielhaft sind Modelle der aufsuchenden Familienhilfe, die Einrichtung von besonderen Anlaufstellen für den Kinderschutz, die Schaffung neuer Netzwerke sowie besondere Formen für ein frühes Angebot der Information und Beratung durch den Besuch von Eltern von Neugeborenen zur Stärkung der Elternkompetenz und Vermeidung von Überfor-derung zu nennen.

Minister Laschet und Minister Laumann betonten: "Wirksamer Kinderschutz ist aber nicht allein durch Maßnahmen der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe zu erreichen. Es bedarf einer Sensibilisierung der gesamten Gesellschaft. Kinderfreundlichkeit darf keine Leerformel sein. Sie muss von allen ganz konkret praktiziert werden."

Den Orginaltext finden Sie <<hier>>.