Frühe Hilfen
für Kinder und Familien

Soziale Frühwarnsysteme
in Nordrhein-Westfalen

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Aktuelles

Servicestelle zum 31.12.2009 eingestellt.

Die Servicestelle hat Ihr Beratungsangebot zum 31.12.2009 eingestellt. Die Tagungsdokumentation zur Abschlussveranstaltung am 26.3.2010 findet sich hier.

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Tagungsdokumentation

Die Vorträge und Thesenpapiere der Foren des Kongresses "Frühe Hilfen" am 26.3.2010 in Duisburg können jetzt herunter geladen werden.

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Fachtag Elternbesuchdienste

am 26.05.2010 in Köln
Umsetzung und Perspektiven in Nordrhein-Westfalen“
Aufgrund der großen Nachfrage sind weitere Anmeldungen möglich.

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Nicht allen Kindern geht es gut

HERTEN. (eki) "In den meisten Fällen wachsen die Kinder in Herten wohl behütet auf", meint Heinzjürgen Ertmer, Leiter des Bereichs Hilfe zur Erziehung bei der Stadt Herten. Aber es gibt auch Kinder, die misshandelt oder vernachlässigt werden. Ein soziales Frühwarnsystem soll Schlimmeres verhindern.

Die Mitglieder des Ausschusses für Jugend und Soziales lässt sich von Ertmer erklären, wie dieses Frühwarsystem funktioniert. Ertmer legt Zahlen auf den Tisch: In 2005 suchten 229 Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren für sich oder ihre Familien ambulante Hilfe. 182 von ihnen ging es derart schlecht, dass das Jugendamt sie vorübergehend oder dauerhaft aus den Familien herausholen musste.

Vernachlässigung, Misshandlung oder sexueller Missbrauch - die Stadt Herten ist auf Hinweise von Institutionen wie Schulen, Kindertagesstätten oder auch von Nachbarn angewiesen.

Seit 2000 gibt es in Herten ein soziales Frühwarnsystem, ein Netzwerk aus Organisationen, Behörden, Schulen und Kindertagesstätten. Die tragenden Säulen sind die Bezirkssozialarbeiter, die eng mit den Schulen und Kindertagesstätten kooperieren. So finden etwa regelmäßig Sprechstunden der Sozialarbeiter in den Schulen statt.

Seit 2006 gibt es die so genannten Elternbriefe. Ehrenamtliche Helfer bringen sie persönlich zu den Eltern erstgeborener Kinder - und sehen bei dieser Gelegenheit auch, wie die Situation in den Familien ist.

Auf dem kurzen Dienstweg schließt sich das Jugendamt mit Polizei und Familiengerichten kurz. "Im Aufbau ist eine engere Zusammenarbeit mit den Gesundheitsdiensten, Kinderärzten, Gynäkologen und Hebammen", so Ertmer. Seit 2005 gibt es die Arbeitsgemeinschaft Schulsozialarbeit. Darin tauschen sich Vertreter der Hauptschulen Förderschulen und der Gesamtschule mit den zuständigen städtischen Mitarbeitern aus.

Doch funktioniert das Hertener Frühwarnsystem auch bei Zuwandererfamilien? "Da gibt es Probleme, weil Migrantenfamilien sich schwer tun, mit deutschen Sozialarbeitern zu sprechen", meint SPD-Ratsfrau Petra Patmanidou. Zum einen liegt das an Sprachproblemen. Zum anderen ist Kindesmisshandlung in den Migrantenfamilie ein Tabu-Thema, über das man nicht spricht. Petra Patmanidou: "Ich wünsche mir Ansprechpartner aus dem jeweiligen Kulturkreis, die sich in die Situation der Familien hinein versetzen können." Die gibt es schon. Heinzjürgen Ertmer: "Wenn wir einen nicht-deutschen Sozialarbeiter benötigen, arbeiten wir schon länger gut mit dem Haus der Kulturen in Herten zusammen."


Quelle: Hertener Allgemeine

Den Orginaltext finden Sie <<hier>>.