Frühe Hilfen
für Kinder und Familien

Soziale Frühwarnsysteme
in Nordrhein-Westfalen

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Aktuelles

Servicestelle zum 31.12.2009 eingestellt.

Die Servicestelle hat Ihr Beratungsangebot zum 31.12.2009 eingestellt. Die Tagungsdokumentation zur Abschlussveranstaltung am 26.3.2010 findet sich hier.

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Tagungsdokumentation

Die Vorträge und Thesenpapiere der Foren des Kongresses "Frühe Hilfen" am 26.3.2010 in Duisburg können jetzt herunter geladen werden.

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Fachtag Elternbesuchdienste

am 26.05.2010 in Köln
Umsetzung und Perspektiven in Nordrhein-Westfalen“
Aufgrund der großen Nachfrage sind weitere Anmeldungen möglich.

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Das Wissen haben wir schon“

Erstellt 07.12.06, 21:15h

Dr. Erwin Jordan ist Leiter des Instituts für Soziale Arbeit in Münster. Als Projektleiter begleitete er wissenschaftlich sechs Modellversuche, die durch das Land NRW bis 2004 gefördert wurden. Mit ihm sprach Anneke Schaefer.

Frage: Waren Ihre Projekte erfolgreich?

Jordan: Ja, das sieht man daran, dass alle Projekte nach Auslaufen der Förderung durch das Land mit kommunalen Mitteln weitergeführt wurden.

Frage: Die verschiedenen Projekte, die sich als Frühwarnsysteme bezeichnen, sind sehr unterschiedlich. . .

Jordan: Das Ziel der Frühwarnsysteme ist immer, Handlungsketten aufzubauen: Der Sinn ist, vorhandene Institutionen und Strukturen besser zu vernetzen. Und das ist es auch, was die Bundesfamilienministerin nun auf den Weg bringen will: Zwischen Gesundheitssystem und Jugendhilfe sowie zwischen Schule und Jugendhilfe eine engere Zusammenarbeit zu ermöglichen.

Frage: Die Bundesregierung startet nun neue Modellversuche, inwieweit werden Ihre Ergebnisse denn da mit einbezogen?

Jordan: Da kann ich nur den NRW-Familienminister Armin Laschet zitieren: Wir brauchen keine neuen Modelle. Die Erfahrungen, die schon vorliegen, reichen. Das Wissen ist da. Es geht nun darum, es in der Fläche umzusetzen. Der Nachweis des Nutzens ist gegeben. Man muss es jetzt einfach machen.

Frage: Wie stehen Sie zu Plänen, die Vorsorgeuntersuchungen verpflichtend machen?

Jordan: Frühwarnsysteme basieren auf Freiwilligkeit. Sie funktionieren nur, wenn die Eltern auch zur Kooperation bereit sind. Denn ihr Sinn ist es ja, dann zu handeln, wenn noch keine offensichtliche Kindeswohlgefährdung vorliegt. Der Großteil der Eltern, über 90 Prozent, geht mit seinen Kindern ja sowieso zu den Untersuchungen U1 bis U9. Die restlichen Eltern gezielt anzusprechen, ist sicherlich ein vernünftiger Ansatz.

Frage: Manchen kommen Besuche des Jugendamtes oder verpflichtende Arztbesuche vielleicht vor wie ein Generalverdacht. . .

Jordan: Aber wenn es doch für alle gilt, warum sollte dann jemand einen Grund haben, sich diskriminiert zu fühlen?

Den Orginaltext finden Sie <<hier>>.